
Obwohl wir seit 1999
schon in vielen Hotels in Mariánské Lázně zu Gast waren, gibt es doch
immer noch eine ganze Reihe von Häusern, die wir noch nicht kennen. Auf
besondere Empfehlung von unserer lieben Freundin Noemi von der
Reiseagentur Marienbad-Hotels
haben wir uns für diesen Kurzurlaub (ein verlängertes Wochenende im
April 2016) für das Hotel LA PASSIONARIA
entschieden, ganz in der Nähe vom SwissHouse
gelegen, ebenso ruhig, aber doch günstig für Spaziergänge gelegen.
Die Anreise ist für
uns ja kein großer Aufwand: Angela hatte am Donnerstag noch
Frühschicht, ich habe sie dann im Salon abgeholt, und so waren wir
bereits kurz nach 14:00 Uhr in Mariánské Lázně angekommen. Unser
gebuchtes "Studio" entpuppte sich dann als eine komplett eingerichtete
Wohnung mit großem Wohnzimmer + angeschlossener Küche, einem ebenso
großen Schlafzimmer sowie Bad und separatem WC, insgesamt mehr als
80m² Wohnfläche. Toll!
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): Zum Frühstücksbuffet gingen wir ins Restaurant im Erdgeschoss. Dort ist für jedes Zimmer bereits ein fester Platz reserviert. Finden wir gut! Das Angebot zum Frühstück war in Ordnung: nichts herausragendes, aber auch kein Anlass zur Kritik, alles frisch, alles soweit OK. Guter Durchschnitt.
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Kurprozeduren: Wir hatten
bereits
vorher jeweils zwei Behandlungen gebucht, die dann
für Freitag und Samstag vormittags eingeplant waren. Leider hatte ich
diesmal mit leichten gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen, so
dass ich nach der ersten Massage nach Rücksprache mit der Ärztin von
weiteren Prozeduren absehen
musste, dafür aber dann am Samstag einen sehr ausgedehnten Spaziergang
durch die angrenzenden Wälder geniessen konnte. Angela war sehr
zufrieden mit ihren Kurprozeduren (Massage und Bad), es war aber ja
leider nur ein Kurzaufenthalt mit zwei Behandlungen, so dass von einer
dauerhaften Linderung der Verspannungen natürlich noch nichts zu spüren
war. Im Oktober/November 2016 im SwissHouse wird das wieder besser...
Unser Fazit: ein
schönes Hotel, sehr gut ausgestattet, hier lässt es sich aushalten. 


Allerdings: wenn, ja: WENN
es da
nicht
Gäste gäbe, die ein wenig andere Vorstellungen von Wellness und
Erholung haben...
Die 10köpfige Damengruppe, die am Freitag anreiste,
verbrachte große Teile ihres Aufenthaltes sekttrinkend, rauchend und
sich
(dem zunehmenden Alkoholspiegel entsprechend...) lautstark unterhaltend
auf den Balkons unterhalb unseres Zimmers. Dadurch war unsere Nachtruhe
leider sehr eingeschränkt - am Freitagabend ging das Treiben bis
Mitternacht, am Samstagabend (bzw. Sonntagmorgen...) wäre ohne unseren
Protest dann wohl auch um 01:30 Uhr noch nicht Ruhe eingekehrt... Dem
Hotel ist das nicht unbedingt anzulasten, allerdings ist die Rezeption
nur bis 18:00 Uhr besetzt, so dass man solchen unmöglichen
Zeitgenossen
dann leider allein gegenübersteht. 
Wir hatten im Hotel nur Übernachtung mit Frühstück gebucht. Abendessen im Haus wird im Hotel La Passionaria aktuell nicht angeboten, die Gäste mit Halbpension erhalten das Abendessen im Restaurant DOMA des Hotels Villa Regent.
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Da wir uns in
Mariánské Lázně ja doch ein wenig
auskennen, wählten wir zum Abendessen einfach unsere
Lieblingsrestaurants aus: die Česká hospůdka und das Restaurant
Filip.
Um es vorweg zu nehmen: wir wurden wiederum nicht enttäuscht. Wie immer
freundliche, flotte und zuvorkommende Bedienung, hervorragende
böhmische Küche: perfekt! Am Samstagabend wollten wir dann auch ins
Restaurant DOMA gehen, doch leider gab es aufgrund der Belegung durch
Hotelgäste und externe Reservierungen keinen freien Platz für uns.
Aber
kein Problem: in der Česká hospůdka
haben wir auch diesen letzten Abend wundervoll verbracht, uns wirklich sehr nett mit
den Gästen am Nachbartisch unterhalten:
eine Schweizer Familie, sehr
freundliche und aufgeschlossene Menschen: der Opa stammt ursprünglich aus Šumperk und
besuchte seine alte Heimat (er war wirklich begeistert, wie gut wir uns nicht
nur in Westböhmen, sondern auch in anderen Teilen Tschechiens auskennen!), Tochter + Ehemann lebten viele
Jahre in Vietnam und waren jetzt zusammen mit Opa und ihren
Adoptivtöchtern - zwei sehr liebenswerte nette Mädchen aus Äthiopien
im Alter von 10 Jahren - aktuell auf Rundreise in Tschechien: ein paar
Tage in Mariánské Lázně, dann weiter nach Prag und als Höhepunkt die
Reise zurück zu den Wurzeln der Familie ins Altvatergebirge.
Nach dem Abendessen
am ersten Tag machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die
Kurstadt. Eine sehr entscheidende Veränderung fiel uns dabei auf: das
Baťa-Gebäude steht nicht mehr!
Zur Erläuterung: das unten links
abgebildete Gebäude wurde 1931 erbaut und beherbergte auf mehreren
Etagen ein Schuhkaufhaus der Firma Baťa. Leider litt das Gebäude unter
der Verwendung von Tonerde-Zement beim Bau, so dass sich Risse in den tragenden
Wänden bildeten. Das Haus musste im Sommer 2014 geschlossen werden,
seither gab es verschiedene Pläne zur Erhaltung der Bausubstanz und
Sanierung des Gebäudes. Doch keines dieser Projekte konnte sinnvoll
finanziert und realisiert werden, so dass man im Dezember 2015 mit dem
Abriss beginnen musste. Heute erinnert nur noch die Bodenplatte an den
funktionalistischen Bau.
An dieser Stelle ein paar Ausführungen zur Firma Baťa: die Schuhfabrik wurde 1894
durch Tomáš Baťa in Zlín gegründet. Schon nach wenigen Jahren ging man
zur fabrikmäßigen Herstellung von Schuhen und der direkten Belieferung
des Einzelhandels über, das Unternehmen expandierte weltweit. Besondere
Bekanntheit erlangte der Konzernchef durch die zu dieser Zeit sehr
ungewöhnliche starke Ausrichtung auf soziale Belange der Mitarbeiter:
er kümmerte sich Schulbildung für Mitarbeiter und ihre Familien sowie um diverse Wohlfahrtseinrichtungen und
liess für die damalige Zeit hochmoderne funktionalistische Siedlungen
für seine Arbeiter an den verschiedenen Unternehmensstandorten bauen.
Der Konzern stieg um 1930 zum Weltmarktführer (!) auf und betreibt heute
als weltgrößter (!) Hersteller von Schuhe 40 Fabriken 26 Ländern.
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Wie bereits weiter oben erwähnt, nutzte ich das herrliche Wetter am Samstag für einen längeren Spaziergang auf dem Lehrpfad rund um Mariánské Lázně. Hier ein paar Bilder:
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